Universität Zürich (UZH)

Die UZH hat im letzten Jahr erfreuliche Fortschritte in verschiedenen Bereichen machen können. Besonders sticht dabei die Gründung einer fakultätsübergreifenden Kommission für Nachhaltigkeit hervor, in der auch die Studierenden vertreten sind. Eine Arbeitsgruppe arbeitet hier zur Zeit eine Handlungsempfehlung an UZH-Angehörige aus, die im Namen der UZH über Geldanlagen mitbestimmen (siehe 4.2). Des Weiteren wurde mit der Veröffentlichung je eines Factsheets zu Flugreisen und zur Mediennutzung weitere Schritte in Richtung der Nachhaltigkeit gemacht. Über diese Entwicklungen freut sich die NHW sehr.

4.1) Lehre und Forschung zu Wachstumskritik
Wachstumskritische Ansätze in Lehre und Forschung sind vorhanden. So gibt es Vorlesungen, die sich mit der Thematik auseinandersetzen und so eine gewisse Diversität in der Lehre darstellen. Allerdings besteht noch grosses Potenzial, diese Ansätze zu vertiefen und beispielsweise eine eigenständige Professur zu dieser Thematik zu berufen. Es bleibt zu betonen, dass es bei der Forderung des VSS, VSN und der NHW nicht darum geht, die Freiheit der Lehre und Forschung einzuschränken. Ganz im Gegenteil soll die Pluralität gefördert und die Lehre und Forschung auf bisher unterrepräsentierte Wirtschaftskonzepte (siehe Evaluationsmethodik) ausgedehnt werden.

4.2) Strategien zu nachhaltigen Geldanlagen
Als kantonale Hochschule verfügt die UZH kaum über eigenes Anlagevermögen. Anstrengungen seitens der Universität, ihren Einfluss geltend zu machen, sind jedoch vorhanden. So verfasst eine Arbeitsgruppe der UZH zur Zeit eine Handlungsempfehlung an alle Universitätsangehörigen, um die Werte der UZH in Stiftungsräten zu vertreten. Leider kann noch nicht abgeschätzt werden, wie diese Werte konkret formuliert sind. Diese Anstrengungen werden von Seiten der NHW jedoch ausserordentlich begrüsst. Es ist darauf hinzuweisen, dass die UZH mit der BVK (Personalvorsorge des Kantons Zürich) bereits eine vergleichsweise nachhaltig arbeitende Pensionskasse nutzt. Die BVK stellt jedoch leider nach wie vor nicht sicher, dass beispielsweise nicht noch immer in fossile Brennstoffe investiert wird. Eine weitere Möglichkeit des Engagements wäre hier jedoch ein aktives Einsetzen für eine nachhaltigere Investitionsstrategie bei der BVK, im Speziellen für ein Divestment aus fossilen Brennstoffen.

4.3) Nachhaltigkeitsbericht (NHB)
Das Erstellen eines NHB ist zur Zeit nicht die Priorität der Hochschule. Allerdings ist der Wille grundsätzlich vorhanden, es mangelt an den zur Verfügung stehenden Ressourcen der Nachhaltigkeitsverantwortlichen. Hier sieht die NHW noch bedeutendes Potenzial. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Hochschulen für die Akkreditierung nach Artikel 30 des Hochschulförderuns- und -koordninationsgesetzes (HFKG) (SR 414.20) ein "Qualitätssicherungssystem, das Gewähr dafür bietet, dass die Aufgaben im Einklang mit einer wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigen Entwicklung erfüllt werden" vorlegen müssen, ist das rechtzeitige Beginnen eines solchen Reportings zentral und sollte höhere Priorität geniessen.

4.4) Konzept zur Reduktion von Flugemissionen
Die UZH setzt sich mit der Problematik der häufigen Flugreisen auseinander und hat hierzu bereits über ein Factsheet Empfehlungen an ihre Mitglieder abgegeben. Auch sind sie in der Vorbereitung weiterer gemeinsamer Massnahmen mit der ETH. Diese Anstrengungen werden als sehr positiv angesehen, jedoch fehlt noch immer ein Konzept mit Zielsetzungen, einem konkreten Zeitplan und Massnahmen, wie diese Ziele erreicht werden sollen. Hier besteht noch viel Handlungspotenzial.

4.5) Nachhaltigkeit in der Lehre
An der UZH existieren zwei fächerübergreifende Programme zur Weiterbildung des Lehrpersonals bezüglich Nachhaltigkeit (Bericht über die beiden Programme). Es ist positiv zu sehen, dass dadurch versucht wird, Nachhaltigkeit an Lehrende aller Studiengänge heranzutragen und dadurch die Zentralität für die Gesellschaft zu verdeutlichen. Zudem wird davon ausgegangen, dass an der UZH noch viele vereinzelte Angebote zur Weiterbildung existieren. Leider fehlt noch immer ein übergreifender Einbezug in alle Studiengänge und Fakultäten.